Bericht im St.Galler Bauer

Adelheid Gsell, Winden qualifizierte sich aus mehr als 240 Landwirtinnen und Landwirten aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz in der Kategorie Unternehmerin, zusammen mit zwei Bäuerinnen aus Baden Württemberg, für den Ceres Award. Sie schaffte als Einzige aus der Schweiz diese Hürde. Die Gratulation kam mitten in den Vorbereitungen für das Pouletessen auf dem Bauernhof, welches bei Gsells traditionell an den Pfingsttagen durchgeführt wird.  Sie habe es sich vor zwei Jahren schon überlegt, ob sie sich bewerben soll und es vor einem Jahr wieder bleiben lassen. Diesmal habe sie sich aber einen Schupf gegeben und die Bewerbungsunterlagen eingereicht, sich aber kaum Hoffnungen auf einen Preis gemacht, sagte die stolze Finalistin. Mit ihr freute sich vor allem ihr Mann Werner Gsell und die ganze Familie. Eiligst liess man eine Gratulations Blache machen und im Festzelt für das Pouletessen aufhängen. Bei diesen Pouletessen sind jeweils die ganze Familie, Verwandte und Freunde gefordert damit der Gastrobetrieb vom Salatteller über Pouletspezialitäten bis zum Dessertbuffet speditiv abläuft.

Gsell Spezialitäten GmbH
Die geräucherten Pouletbrüstli werden immer noch nach dem gleichen geheimen Rezept gewürzt und geräuchert werden wie vor 22 Jahren. Bald aber witterte die geschäftstüchtige Bäuerin, dass man mehr daraus machen könnte. Adelheid und Werner Gsell gründeten im Jahr 2007 die Gsell Spezialitäten GmbH in welcher sie als Geschäftsführerin auch zwei Teilzeitangestellte beschäftigt. Ihr Mann Werner ist für den 22 ha grossen Landwirtschaftsbetrieb mit 22 000 Mastpoulets und den Kirschenanbau zuständig. Gesamthaft sind vier Angestellte und saisonale Aushilfen auf dem Betrieb tätig. Zu Spitzenzeiten hilft man sich gegenseitig aus:“ Wir besprechen alles miteinander, die Arbeitseinteilung und Anschaffungen, aber jedes organisiert und managt seinen Bereich in Eigenregie“. Eine eigene Räucherei wurde eingerichtet. In dieser werden nicht nur Poulets geräuchert, sondern auch Forellen und Aale. Die Forellen stammen aus einem Zuchtbetrieb in der Nachbarschaft und die Aale von Adelheid Gsells Vater, einem Berufsfischer vom Bodensee. Die geräucherten Leckereien verkaufen die Gsells auf Märkten, an über 70 Hofläden und über ihren eigenen Internetshop „Gsell Spezialitäten“.
Betriebsführung und Organisation

Zu den Aufgaben in welche Adelheid Gsell hineingewachsen ist, gehört auch das Rechnungswesen und das Personalwesen samt AHV Abrechnungen, Quellensteuer, Versicherungen und allem was dazu gehört, auch Werbeauftritte und Vorbereitungen für Messen und Veranstaltungen:“ Am Pouletessen haben 42 Leute pro Schicht gearbeitet, die organisiert werden mussten. Total gab es mit dem Aufstellen und Abbrechen des Zeltes etwa 1700 Arbeitsstunden“, berichtete Adelheid Gsell während sie noch am Auswerten des Anlasses war. 

Ins Finale
In nächster Zeit besuchen fachkundige Juroren von Ceres Award die Kandidaten auf ihren Höfen. Ein Foto Team und eine Filmequipe haben sich auch angemeldet bei Gsells. Entscheidend sind für die Beurteilung nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum sowie Verantwortungsbewusstsein für Familie, Betrieb, Tier, Natur und Gesellschaft. Wer in den einzelnen Kategorien das Rennen macht und wer den Titel Landwirtin oder Landwirt des Jahres mit nach Hause nehmen darf, wird bei der feierlichen Preisverleihung im Rahmen der Galaveranstaltung „Nacht der Landwirtschaft“ am 16.




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